AllgemeinFörderung

Wärmeversorgung eines Wohngebietes über den Maas-Waal-Kanal

Foto: Zwanenveld

Die Niederlande stehen kurz vor einer bedeutenden Energiewende. Die Suche nach einer Alternative zu Erdgas ist in Nimwegen bereits in vollem Gange. „Der WiEfm-Wärmegutschein bietet der Kommune eine großartige Möglichkeit zur Erforschung alternativer Wärmequellen in der bebauten Umgebung.“ sagt Herr Van der Hagen (Projektleiter Erdgasfrei Gemeinde Nimwegen).

Gegenwärtig werden viele neue Wohnungen an das zentrale Wärmenetz von Nimwegen angeschlossen. Die Wärme im Wärmenetz stammt aus dem Müllheizkraftwerk. Um in Zukunft eine erdgasfreie Stadt zu werden, brauchen wir mehrere Wärmequellen. Neben dieser bestehenden Alternative zu Erdgas setzt die Gemeinde Nimwegen auch auf alternative Quellen mit einem anderen Temperaturniveau, wie zum Beispiel Aquathermie.

Frühere Untersuchungen von Deltares haben gezeigt, dass Aquathermie theoretisch 25-40% des städtischen Wärmebedarfs decken könnte, jedoch ist es schwierig das Wasser kostengünstig, energieeffizient und zum richtigen Zeitpunkt ausreichend zu erwärmen.  Trotz dieses hohen Potenzials wird die Aquathermie kaum genutzt. „Es ist unsere Aufgabe als Gemeinde, die Anwendungsmöglichkeiten der Aquathermie weiter zu untersuchen.“

Mit dem Wärmegutschein von WiEfm möchte die Gemeinde die Machbarkeit der Aquathermie in der Praxis testen. Dieses Projekt will herausfinden, welche Hindernisse (technische, rechtliche und finanzielle) überwunden werden müssen, wenn man Aquathermie für den Gebäudebestand nutzen will. Die nationale Straßen- und Wasserbaubehörde (Rijkswaterstaat) und die zuständige Wasserbehörde (Waterschap) werden an der Machbarkeitsstudie beteiligt sein.

Die Machbarkeitsstudie wird im Reallabor-Bezirk erdgasfreies Zwanenveld durchgeführt, wo etwa 325 Neubauwohnungen entstehen werden. Da neue Häuser einen geringen Wärmebedarf haben, kann der Einsatz von Aquathermie attraktiv sein. Die Gemeinde Nimwegen möchte untersuchen, ob diese Häuser vollständig CO2-neutral mit Wärme aus dem Wasser des nahegelegenen Maas-Waal-Kanals beheizt werden können. Im Sommer kann dem Kanal Wärme entzogen, mit einer Wärme- und Kältespeicheranlage (WKO) im Erdreich gespeichert und schließlich im Winter zur Beheizung der Häuser genutzt werden. Ein weiterer Vorteil einer WKO-Anlage ist, dass sie im Sommer zur Kühlung genutzt werden kann. Wenn dieser Pilotversuch erfolgreich ist, dann bedeutet dies für Nimwegen, dass eine zusätzliche Quelle für die erdgasfreie Beheizung von Gebäuden genutzt werden kann. Die Herausforderung für den Erfolg des Pilotprojekts ist es, das System für Bestandsgebäude geeignet zu machen. Das Potenzial der Aquathermie erscheint groß, nun geht es darum durch Markteinführungen und in großem Maßstab noch mehr Gebäude in den Niederlanden mit nachhaltiger Wärme zu versorgen.