AllgemeinFörderung

Zwei nachhaltige Wärmenetze für Heek

Screenshot aus dem Energieatlas NRW des LANUV

Projekte für eine nachhaltige Wärmeversorgung in der deutsch-niederländischen Grenzregion – danach hat das Team des INTERREG-Projekts ‚Task Force Wärmewende‘ gefragt. Mit Wärmegutscheinen wird die Untersuchung solcher Vorhaben gefördert. Die Gemeinde Heek hat die Förderung für die ersten beiden deutschen Untersuchungen erhalten. Wir haben mit Herrn Meyer aus dem Bauamt der Gemeinde Heek gesprochen.

„Hocherfreut“ reagierte Herr Meyer, als er gleich zwei positive Förderbescheide durch das Team der Task Force Wärmewende für die Untersuchung innovativer Wärmenetze erhielt. „Hier wird in die Zukunft investiert.“ so Meyer.

Gerade der grenzüberschreitende Austausch im deutsch-niederländischen INTERREG-Projekt ‚Task Force Wärmewende‘ und seinem Vorgänger ‚WiEfm‘ gefällt Herrn Meyer, den die „völlig unterschiedliche Herangehensweise innerhalb von wenigen Kilometern“ fasziniert, zumal beide Seiten davon profitieren können.

Die erhaltenen Subventionen sollen dazu genutzt werden, um die zwei Standardfälle im ländlichen Raum zu untersuchen. Diese sind laut Meyer der Standard der Entwicklung eines ländlichen Gewerbegebiets und der Standard der Entwicklung eines ländlichen Wohngebiets. Hier soll „eine Art Norm-Entwicklung für diese Fälle“ durchgeführt werden, „um sagen zu können: wo sind die Schwächen, wo sind die Stärken unserer bisherigen Planung und wo muss nachgesteuert werden, um den besten Effekt zu erzielen?“

Potenziale nutzen und Synergien schaffen

Am meisten interessiert ihn, wie die verschiedenen Sektoren in der (Energie-)versorgung miteinander verknüpft werden können, um Synergien zu schaffen und das Problem ganzheitlich anzugehen. Der Blick geht hier vom reinen Versorgungsnetz zum Netz als Kopplungsobjekt. „Für mich sind die Wärmenetze einer der ‚missing links‘ in der Energiewende, um die Sektoren und verschiedenen Energien zusammenzuführen und möglichst auch die Energieverluste zu beschränken, die man in den Einzelnetzen hätte.“ so Meyer.

Sowohl im Wohngebiet, als auch im Gewerbegebiet geht es darum, die „Träger der Infrastrukturen unseres Strukturraumes zusammenzuführen“ so Meyer. Über eine grundlegende Betrachtung der Energie in jeglicher Form und völlig trägerneutral sollen die Fragen beantwortet werden, wie mit der Energie gehaushaltet und wie diese beschafft sowie geliefert werden kann.

Dafür sollen alle relevanten Akteure berücksichtigt und nach ihren Meinungen und Ansichten gefragt werden, um gemeinsam Synergien zu schaffen. Es geht also darum, zu erfassen was in einem entsprechenden Gebiet überhaupt zur Verfügung steht und wie das verknüpft werden kann: „Wer hat welchen Bedarf, wer hat Überschüsse? Wie kann man das zusammenführen?“

Gemeinschaftliche Wärmeversorgung im Gewerbegebiet schwieriger

Beim Gewerbegebiet besteht gegenüber dem Wohngebiet die große Herausforderung, überhaupt einen Standard für eine kollektive Versorgung zu entwerfen, weil hier die Ansprüche beim Wärmebedarf sehr unterschiedlich sein können.

Als Extrembeispiel führt Herr Meyer das Bürogebäude neben dem metallverarbeitenden Betrieb an: Diese haben völlig unterschiedliche Ansprüche, die aber gleich gut erfüllt werden müssen.

Die größten Potenziale für Energieeinsparungen oder CO2-Reduktionen im kommunalen, ländlichen Bereich sieht Herr Meyer dennoch in Gewerbegebieten. Hier geht es darum, diese Potenziale zu erfassen und zu verwirklichen und dabei eine gute Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Gerade dabei ist die Zusammenarbeit aller Akteure ein entscheidender Erfolgsfaktor.

So soll für die Zukunft eine Win-Win-Situation für alle entstehen. Meyer: „Am Ende erhoffe ich mir, dass auf allen Seiten Begeisterung herrscht. Bei demjenigen, der die Energie liefert, bei dem, der das Wärmenetz betreibt und bei dem, der die Energie abnimmt.“

Das Projektteam von ‚Task Force Wärmewende‘ freut sich, das Projekt zu begleiten und ist gespannt auf die Ergebnisse. Wir bedanken uns bei Herrn Meyer für das Gespräch.

Das Gespräch führte Christian Käufler von der FH Münster am 20.04.2020.