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Bio-Energie Next Garden (BeNG), Wärme aus biogenen Abfällen

Bio-Energie Garden

Bio-energy Next Garden (BeNG) ist ein mit Baumschnitt befeuertes Biomasse-Heizkraftwerk, das 60 ha Gewächshausgartenbau in Lingewaard mit Energie versorgt. Auf dem Gelände gibt es zusätzlich Hochtemperatur-Wärmespeicher, der Gewächshausgartenbau wird mit CO2 versorgt und es wurden eine Biovergärungsanlage sowie regionale Solar- und Windprojekte realisiert. BeNG versucht derzeit, die Wärmeversorgung unabhängig von holziger Biomasse zu gestalten, die ein hochwertiger Biorohstoff ist, für den es auch andere Anwendungen gibt.  

Als Alternative will die BeNG biogene Abfallströme nutzen, für die es keine hochwertige Verwertung gibt; in Frage kommen Klärschlamm, aber auch Papierschlamm, Überlauf aus der Grün- und VGF-Kompostierung und Räumungsabfälle aus Gewächshäusern. Biomasse ist viel weiter gefasst als Holzspäne aus der Landschaftspflege. BeNG will die Verwendung von minderwertiger, nicht holziger Biomasse für ein möglichst hohes Maß an Anwendungen optimieren“, sagt Jesse Buiteveld (Projektentwickler bei HOST).

Bioenergy Next Garden hat eine sehr hohe Energieausbeute, was teilweise auf den Einsatz eines Rauchgaskondensators zurückzuführen ist. Bei der Verbrennung von biogenen Abfällen wie Klärschlamm werden derzeit mehr als 60 % der freigesetzten Wärme nicht genutzt. Eine Anlage zur hocheffizienten Verbrennung von biogenen Abfällen in dieser Größenordnung und Effizienz wurde bisher noch nirgendwo realisiert. Durch das Angebot einer dezentralen Lösung können auch die CO2-Emissionen aus dem Verkehr reduziert werden.

Mit Hilfe des Wärmegutscheins aus dem INTERREG-Projekt Task Force Heat Transition wird eine Machbarkeitsstudie zur Anpassung einer bestehenden holzbefeuerten Bioenergieanlage zur Umwandlung von geringwertigen biogenen Abfallströmen in Wärme und Strom durchgeführt. Die Studie umfasst:

  • Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen in Bezug auf Politik, Verfahren und Planung
  • Technische Ausarbeitung von Systemänderungen
  • Fertigstellung und Unterstützung von Flächennutzungsplanänderungen (falls erforderlich) und Umweltgenehmigungen
  • Finanzieller Rahmen: Ausarbeitung der SDE++-Möglichkeiten (niederländisches Förderprogramm für nachhaltige Energieversorgung) und anderer finanzieller Auswirkungen

Es muss klargestellt werden, in welche Kategorie die Anlage nach dem Umweltrechtserlass fällt und ob es sich um eine genehmigungspflichtige Anlage nach dem Verwaltungsrechtsgesetz handelt. Es sollte auch geprüft werden, ob die geplanten Änderungen mit dem Flächennutzungsplan vereinbar sind.

Da sich das Projekt auf biogene Abfälle konzentriert, werden unterschiedliche Anforderungen an die Verbrennungszeit und die Luftrückführung in der Brennkammer gestellt. Außerdem müssen die Rauchgasreinigungstechniken angepasst werden, da die Verunreinigungen in den Rauchgasen zunehmen werden. Auch die Zufuhr und der Ascheaustrag müssen analysiert werden. Die Untersuchung wird in Zusammenarbeit mit HoSt FT und dem Beratungsunternehmen Tauw durchgeführt.

Es ist von großer Bedeutung, dass die Energie in Zukunft aus lokalen, nachhaltigen Quellen stammt. Nicht nur mit Blick auf den Klimawandel, sondern auch wegen der geopolitischen Lage und der Unabhängigkeit von z. B. russischem Gas. Die aktuellen Gaspreise unterstreichen auch die wirtschaftliche Bedeutung dieser Anwendung für den Unterglasgartenbau. Die vorgeschlagene Technik verarbeitet minderwertige, lokale biogene Abfälle zu Wärme und Strom. Die Verbreitung der Ergebnisse dieses Projekts ist von großer Bedeutung. Für HoST FT, den Erbauer der Anlage, ist die Öffentlichkeitsarbeit Teil der Verkaufsstrategie.