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Herausfordernder Ausbau des Wärmenetzes im ökologischen Bezirk Culemborg

Der ökologische Bezirk EVA-Lanxmeer1 in Culemborg besteht seit mehr als 20 Jahren und liegt direkt gegenüber dem Bahnhof der gelderländischen Stadt. Der Bezirk ist ein nationales Beispiel für eine ganzheitliche nachhaltige Stadtentwicklung. Es gibt viele verschiedene Häuser, die aus umweltfreundlichen Materialien wie FSC-zertifiziertem Holz, natürlicher Farbe und natürlichem Dämmmaterial gebaut werden. Auf den Dächern befinden sich Sonnenkollektoren, und das Abwasser wird mit Hilfe von Schilfbeeten, die über den ganzen Bezirk verteilt sind, biologisch gereinigt.

Der Bezirk ist auch an ein Niedertemperatur-Wärmenetz angeschlossen, zumindest größtenteils. 55 Häuser in fünf Straßen sind nicht an dieses Wärmenetz angeschlossen, weil die Planung für den Bau der Häuser dem Bau des Wärmenetzes vorausgegangen war – eine verpasste Gelegenheit.

Es handelt sich um die erste Serie von Häusern, die in den Jahren 2000 und 2001 fertig gestellt wurden und mit einer Niedertemperaturheizung auf Erdgasbasis in Kombination mit einem Solarboiler für die Warmwasserversorgung ausgestattet sind. Die Häuser haben einen durchschnittlichen jährlichen Energiebedarf von 25 GJ an Wärme für die Raumheizung. Insgesamt bedeutet dies 1375 GJ für alle 55 Haushalte.

Die Anwohner engagieren sich sehr für den Bezirk, weshalb im Frühjahr 2021 in Zusammenarbeit mit Studenten der Universität Utrecht eine Bedarfsumfrage durchgeführt wurde. Die Umfrage hat gezeigt, dass viele Bewohner einen Anschluss an das Wärmenetz bevorzugen, solange die Kosten nicht zu hoch sind. Das ist verständlich, und zum Glück hilft der ISDE-Zuschuss (Investeringssubsidie Duurzame Energie en Energiebesparing, deutsch: Investitionszuschuss für nachhaltige Energie und Energieeinsparungen). Der Anschluss an das Wärmenetz bedeutet auch die Abkopplung vom Gasnetz. Eine Bedingung ist daher, dass eine separate Anlage für heißes Leitungswasser vorhanden sein muss.  Der Wärmegutschein wurde angefordert, um die Machbarkeit dieses integralen gasfreien Ansatzes zu untersuchen.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie vom INTERREG-Wärmegutschein wird das Energieunternehmen Thermo Bello alle notwendigen Informationen sammeln und die Möglichkeiten prüfen. „Wir würden gerne wissen, ob dieser Weg machbar ist. Jeder Kunde, der sich für eine nachhaltigere Zukunft einsetzt, zählt.“ Schließlich wird ein Plan erstellt, der auch eine Skizze der möglichen Trasse enthält. Hierzu wird auch die bestehende unterirdische Infrastruktur einbezogen.

Dieses Projekt bringt die notwendigen Herausforderungen und Kreativität mit sich. Das heißt, dass die Niedertemperaturheizung in bestehenden Gebäuden, sowohl in Hochhäusern als auch in Flachbauten, erweitert wird. Außerdem sind einige dieser Häuser auf Schaumbeton gebaut, was bedeutet, dass es keinen Kriechkeller gibt – dies erfordert einen innovativen Ansatz. Außerdem werden alle Wohnungen vollständig vom Erdgasnetz getrennt sein, so dass eine geeignete Lösung für die Warmwasseraufbereitung gefunden werden muss. Hierfür werden zwei Alternativen entwickelt: Elektrokessel und Boosterwärmepumpe.

Neben Thermo Bello und den Bewohnern von EVA-Lanxmeer sind auch die Wohnungsbaugesellschaft Kleurrijk Wonen und Liander an diesem Projekt beteiligt.


1 EVA: Ecologisch Centrum voor Educatie, Voorlichting en Advies, deutsch: Ökologisches Zentrum für Bildung, Aufklärung und Beratung